Da ich die Rede frei aus dem Bauch herausgehalten habe und nur im Kopf hatte, was ich so ungefähr sagen möchte, hier der ungefähre Wortlaut:

 

Liebe Leute…

ihr könnt euch das nicht vorstellen…Bine und ich sind so überwältigt…so viele liebe Menschen , die hier sind um mit uns diesen Tag zu feiern… das ist für uns ein wirklich unbeschreibliches Gefühl. Ich würde es es schon fast episch nennen.

Doch nicht alle können hier sein, und es schmerzt uns sehr auf sie verzichten zu müssen. Wir hätten gerne unsere beiden Väter Wolfgang und Klaus an unserer Seite gehabt. Wir hätten so gerne mit Friedhelm, Martin und Thomas angestoßen. Wir vermissen euch…doch tief in unseren Herzen sind sie an diesem Tag bei uns und wir wissen auch, dass sie bestimmt nicht wollen, dass wir an diesem Tag trauern.

Als wir die Einladungen verschickt hatten, mussten wir doch einigen erklären, was eine freie Trauung bedeutet. Meine liebe Mutter zum Beispiel hat mal wieder mit ihrer typisch direkten Art gesagt: „Wieso macht ihr das dann? Ich dachte ich kriege endlich ’ne richtige Schwiegertochter!“ Das war so richtig frei Schnauze, das ich manchmal den Verdacht habe wir haben irgendwelche Wurzeln im Ruhrpott. So bist du nun mal…ehrlich, direkt und manchmal etwas schnell und unüberlegt. Aber genauso liebe ich dich und genauso sollst du auch sein. Und natürlich hast du dich mit uns gefreut und ich weiß wie sehr du Sabine in dein Herz geschlossen hast. Und letztendlich bist du wohl froh deinen Sohn endlich unter der Haube zu haben.

Jemand den ich auch wirklich sehr schätze hat es eigentlich auf den Punkt gebracht: Cornelius. „Ach, das ist ohne Standesamt einfach nur für euch? Das nenn ich mal ’n Statement.“ Und genau so ist es auch.

Wir heiraten aus dem einfachsten Grund der Welt: Aus Liebe! Wir sind weder an Konventionen noch an Glaubenszugehörigkeiten, amtliche Bestimmungen oder an ein „Das haben wir schon immer so gemacht“ gebunden und das wollten wir nicht alleine durchziehen, sondern alle uns wichtigen Menschen dabei haben.

Ich habe vor 12 Jahren nicht nur eine wunderbare Frau bekommen, sondern mit – dir Jil – auch eine wundervolle Tochter und ich sage bewusst nicht „Stieftochter“, den ich liebe dich wie meine eigene Tochter und mein eigenes Fleisch und Blut.

Auch wenn ich wegen dir so einige graue Haare bekam und diese auch noch immer weniger wurden, so haben du und deine Mutter mein Leben in einer Art und Weise bereichert, wie ich es mir nicht erträumt hatte.

Was habe ich mir am Anfang Gedanken gemacht, wie ich es erreichen kann, dass du mich akzeptierst. Und dann…ich weiß es noch als wäre es gestern gewesen…schlenderten wir über einen Flohmarkt und du hast dich zwischen uns geschoben, unsere Hände ergriffen, bist in unser Mitte gegangen und hast somit dein Einverständnis gegeben, dass ich zu euch gehören darf. Das werde ich nie vergessen.

Ich bin stolz auf dich, auf das was du erreicht hast und wie du dein Leben meisterst. Und ich weiß jetzt schon, dass ich auch deinen nächsten Umzug machen werde, für dich immer irgendetwas repariere, eine neue Waschmaschine bringe und immer für dich da sein werde, wenn du mich brauchst.

Da du die wichtigste Entscheidungen damals mitgeprägt hast, ist es nur selbstverständlich, dass du deine Mama zur Trauung begleitest und ihre Trauzeugin sein solltest.

Ich hätte am liebsten mehrere Trauzeugen neben mir gehabt. Da wäre Volker, der nicht nur mir schon viele Jahre ein treuer Freund ist, sondern auch Bine ein treuer Freund geworden ist. Sven – mit dem ich so viele durchgeknallte Dinge durchgezogen habe und mit dem ich trotzdem so fundiert diskutieren kann. Meine liebe Freundin Petra…teilweise haben wir beide uns gesagt, dass es für uns einfach keinen richtigen Partner gäbe. Und ich freue mich für dich, dass auch du mit Frank den richtigen Partner gefunden hast.

Letztendlich konnte es aber nur einer sein. Hans, du bist derjenige, der mich inzwischen am längsten von allen begleitet hat. Mich immer noch am besten kennt und auf den ich mich immer verlassen kann. Auch wenn wir uns nicht so häufig sehen, ist es jedes mal als wären wir gestern zusammen gewesen. Meldet sich einer von uns für Wochen nicht, sind wir uns nie böse und es hat noch nie Vorwürfe deswegen gegeben. Ich kann mich auch an keinen richtigen Streit erinnern. Ich durfte damals dein Trauzeuge sein und nun bist du meiner geworden. Danke, dass du mein Freund bist. Und danke, dass du uns mit Steffi eine so liebe Freundin mitgegeben hast, ohne die wir den ganzen Aufbau und die Deko heute Morgen niemals geschafft hätten. Ganz lieben Dank, Steffi!

Auch ein ganz tolles Dankeschön an Jan und Tanita und Euer Team von der Parkvilla. Was ihr euch alles geduldig an Wünschen von uns angehört habt und wie ihr mit eurer ruhigen Art uns auch oftmals ausgebremst habt, das war schon ganz toll. Wir wissen, dass ihr und euer tolles Team uns an diesem wundervollen Ort einen großartigen Tag ermöglichen werdet.

Ich könnte hier noch so viele von euch aufzählen:

Da ist zum Beispiel Gunther, der schon für Bine und Jil da war, als ich noch gar nichts von den beiden wusste und auch heute noch immer alles stehen und liegen lassen würde, um zur Stelle zu sein.

Meine Schwester Petra, bei der ich mich nie wirklich bedanken konnte, was sie schon früher alles für mich getan hat und die, obwohl sie Callas nicht mag, diesen unglaublich schönen Brautstrauß gefertigt und die gesamten Blumendeko besorgt hat. Das kann nur meine Schwester.

Meine Schwester Doris, die den weiten Weg von Nürnberg gemacht hat, um heute hier zu sein. Da haben wir schon fast nicht mit gerechnet.

Sven, Jens, Cornelius und Roland, die später bestimmt noch extra für uns etwas spielen werden – da bin ich mir ziemlich sicher.

Julie – keine Ahnung. Wir sind weder verwandt noch irgendwie besonders verbandelt – Aber ich bin irgendwie immer stolz auf dich. Kann ich nicht erklären. Danke für diesen emotionalen Moment bei Black is the colour.

Die Kilkenny Band, die es immer wieder schafft mich wehmütig an die alten Blarney-Zeiten zu erinnern.

Und vor allem du, lieber Mike! Als Bine vorgeschlagen hatte, dass du es sein solltest, der unsere Trauung vornimmt, habe ich gesagt: „Das macht der niemals“. Wie schön es doch sein kann zu irren. Du hast ohne zu zögern sofort „Ja“ gesagt. Und wer, wenn nicht ein waschechter Goth, wäre besser dafür geeignet uns zu trauen. Ein ganze dickes „Dankeschön“ von ganzem Herzen – das werden wir dir nie vergessen. Unser Kennenlernen stand unter keinem guten Stern, da wir über dich ziemlich schlechte und falsche Dinge gehört hatten. Schön, dass wir dich noch richtig kennenlernen durften – einen der liebsten Menschen überhaupt. Und auch ganz lieben Dank an Ina, die dich bei der Vorbereitung so toll unterstützt hat.  Sie hat wahrscheinlich eine Menge aushalten müssen.

Und ihr alle zusammen – ihr alle macht diesen Tag erst wirklich so richtig komplett und wir danken euch dafür, dass ihr uns eure Zeit schenkt.

Für uns ist das hier nicht einfach nur eine Gemeinschaft…wir alle zusammen – wir sind Familie.

Bevor ich euch aber nun endlich von meinem emotionalen Geschwafel befreie: Wir würden uns freuen, wenn ihr ein paar Worte für unser Gästebuch finden würdet, viele bekloppte Fotos an der Fotobox schießen und vielleicht die Digitalkameras, die auf den Tischen liegen benutzen würdet.

Wir erheben unser Glas auf euch. Schön das ihr, dass seid!